Oskar Serti geht ins Konzert
Warum?
Eine Reflexion in sieben Teilen mit Vernissage
dramatisches Konzert für großes Ensemble und Konzertsaalpersonal
von Patrick Corillon
für das Klangforum Wien
produziert von netZZeit
ein Auftragswerk von wien modern und der Wiener Konzerthausgesellschaft
Ein Konzert im ganzen Haus
„Oskar Serti geht ins Konzert. Warum?“ ist ein dramatisches Konzert für großes Ensemble unter Mitwirkung des Konzertsaalpersonals. Im Laufe eines etwa sechsstündigen Abends werden alle Konzertsäle, Foyers, Flure und Garderoben – kurz gesagt, alle für das Publikum zugänglichen Orte – zu Bühnen.
Die verschiedenen Elemente, aus denen sich der Abend zusammensetzt – Erzählungen, Klanginstallationen, Ausstellungen, Dialoge, unsichtbares Theater und Konzerte – sollen die verborgenen Schätze des Konzertsaals enthüllen und all die Sehnsüchte, Wünsche und Träume beleuchten, die uns dazu bewegen, ein Konzert zu besuchen.
Die Zuschauer werden durch Musik, Ton- und Lichteffekte zu den Schauplätzen des Geschehens (Konzerte, Erzählungen usw.) geführt. Darüber hinaus wirken die Musiker sowie das Hauspersonal in diesem Sinne mit. Alle sind in eine diskrete, fast verborgene Inszenierung eingebunden, deren Ziel es ist, unser Publikum zu leiten. Die Besucher bewegen sich durch das Haus, scheinbar von unsichtbaren Händen geführt. Während der Vernissage (20:50 – 22:00 Uhr) können die Zuschauer nach Belieben im ganzen Haus umhergehen, um die Installationen und Objekte von Patrick Corillon zu entdecken. Der Aufbau dieser Installationen erfolgt ausschließlich, während sich die Zuschauer im Konzertsaal befinden.
So wird das Publikum am Ende jedes Konzerts eine völlig andere Bühnenbildgestaltung vorfinden.
Auch wenn der Ablauf des Abends und die Geschichten unabhängig vom Veranstaltungsort gleich bleiben, wird der Ablauf an die Besonderheiten und technischen Gegebenheiten der jeweiligen Räumlichkeiten angepasst.
Oskar Serti geht ins Konzert
Warum?
„Trotz der großen Vielfalt der Themen, die er in seinem literarischen Werk behandelt, hat Oskar Serti nie auch nur eine einzige Zeile über seine Liebe zur Musik geschrieben.“
Und doch haben die Welt der Musik im Allgemeinen und ihre Begeisterung für die Pianistin Catherine de Sélys im Besonderen ihr Leben tief geprägt.
Anhand von Fotografien, die Oskar Serti selbst aufgenommen hat, von Berichten seiner Angehörigen, seiner Sammlung seltener Instrumente und von Volksliedersammlungen versucht der Musikabend, der am 5. und 6. November im Wiener Konzerthaus stattfindet, die Frage zu beantworten: „Welche Geheimnisse veranlassten Oskar Serti dazu, so regelmäßig Konzerte zu besuchen?“
Der Musikabend „Oskar Serti geht ins Konzert. Warum?“ wirft ganz einfach die Frage auf, was uns dazu bewegt, an einem bestimmten Ort Live-Musik zu hören. Anhand der Figur des Oskar Serti, dem symbolträchtigen Zuschauer des Abends, werden alle Aspekte dieses besonderen Moments beleuchtet: der Gang ins Konzert. Dieser Moment ist natürlich das Konzert selbst, aber es ist auch die Zeit der Vorbereitung darauf, die Zeit der Rückkehr, die Freude, Freunde wiederzusehen, das Nachdenken darüber, was man hören wird; darüber, was man eine Woche zuvor gehört hat; die Erinnerung daran Jahre später. Ein Konzertbesuch ist auch ein Ort. Der Konzertsaal selbst, aber auch die Gänge, die Garderoben, die Treppen, das Buffet. In jedem Konzertsaal finden wir den Geist eines Ortes wieder.
Unser Ziel für diesen besonderen Abend ist es, den Zuschauern die Möglichkeit zu geben, in diese Vielfalt bewusster und unbewusster Sehnsüchte einzutauchen, die uns zum Konzert führen.
Der Abend bietet natürlich in erster Linie zeitgenössische Musik, doch in diesem speziellen Fall werden die verschiedenen Musikstücke (die außerhalb dieses Abends eigenständig bestehen) in Erzählungen eingebunden, die von den Musikern selbst vorgetragen werden. Während die musikalischen Stücke in den Konzertsälen selbst gespielt werden, spielen sich die Erzählungen im gesamten Gebäude ab: in der Eingangshalle, in den Fluren, in den Garderoben, auf den Treppen… Um etwa dreißig Geschichten zu erzählen, die alle Oskar Sertis brennende Leidenschaft für die Musik thematisieren, werden die Musiker (manchmal begleitet von Schauspielern) große Bildrollen entrollen, bunte Bücher aufschlagen, Schattenspiele inszenieren und ganz besondere Instrumente zum Leben erwecken. Sie werden all die Emotionen zum Leben erwecken, die das Leben jedes Musikliebhabers durchziehen.