Films d’animation
Genau wie uns als Kinder bestimmte Feuchtigkeitsflecken an der Decke in geheimnisvolle Welten entführen konnten, entfalten die Animationsfilme von Patrick Corillon phantasmagorische Bilder, in denen sich jeder seinen eigenen Träumereien hingeben kann. In dieser Atmosphäre beunruhigender Fremdartigkeit erwachen Geschichten zum Leben, wie ein fernes Echo der Märchen und Legenden, die uns seit Anbeginn der Zeit mit Freude in den unbekannten Teil unseres Selbst eintauchen lassen.
Diese Filme knüpfen an den Geist der frühen Kinojahre an, als alle originellen Experimente dazu dienten, eine Geschichte zu erzählen. Und manchmal öffneten uns die eindringliche Musik, die abenteuerliche Gestaltung der Zwischentitel und die weit aufgerissenen Augen der stummen Figuren die Türen zu halluzinierten Welten.
De Vorhang der Apokalypse
2011
„Der Wind wird die verstorbenen Äste hin und her bewegen.
Die Blätter werden auf die hohlen Steine fallen.
Und sie in tausende Sandkörnchen zerbrochen.“
Russisches Märchen
2013
Am nächsten Morgen erwacht das Kind in der Form eines Papierwurms.
Als die Mutter es so entdeckte, schrie sie:
„Ich hatte es dir gesagt. Mit allen Büchern, die du liest, sehe dir an was du geworden bist.
Was werden wir jetzt mit dir tun?“
Der Vater bleibt stumm.
Die Glasgolie
2014
Die Glasgolie ist die Suche nach was uns so sehr fehlt,
das was vielleicht nirgendwo auf der Erde existiert hat und
von dem man gleichzeitig das Gefühl hat, vor einer langen Zeit gekannt zu haben,
bevor es endgültig verschwand.
Ulysson
2016
„Vor jedem wichtigen Moment in deinem Leben wird immer ein kleiner roter Punkt irgendwo erscheinen.
Du musst ihn aber finden und besonders du muss verstehen was gemeint ist.“
Lappländisches Märchen
2017
„Es ist ganz normal, dass es dir kalt ist, du bist aus Schnee gemacht.
Kalt sein ist Teil deiner Existenz.
Wäre es dir nicht kalt, würdest du nicht mehr wer du bist.“
Marmoriertes Papier
2017
Nie zuvor hatte ich ein solches Buch gesehen. Die Brillengläser meines Großvaters verformten die Buchstaben so sehr, dass die Wörter mir so wie Tiere oder irreale Figuren erschienen.
Was meine Augen gesehen haben
2018
„Tief in uns wimmeln die Erinnerungen.
Tag und Nacht kommen und gehen sind, und kitzeln.“
Stummes Menuett
2019
Das Kind schließt seine Augen und in der Ferne erscheint ihm der jenige, der ihn im Wald verloren hat. Das ist der Waldgeist.
„Guten Tag, hast du mich gerufen?“ Sagt der jenige, der Kinder im Wald verliert.“
„Ja“, antwortet das Kind, „ich hätte gerne gewusst, was du jetzt mit mir tun wirst.“